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Kaninchen richtig füttern – was im Sommer und Winter wichtig ist

  • 20. März
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. März

Kaninchen richtig zu füttern, ist gar nicht so kompliziert, wenn man sich an ihrer natürlichen Ernährung orientiert. Trotzdem herrscht bei diesem Thema oft Unsicherheit: Brauchen Kaninchen vor allem Heu? Wie sinnvoll ist Frischfutter? Und ist Fertigfutter wirklich so schlecht, wie oft behauptet wird?

Tatsächlich sind Kaninchen darauf ausgelegt, über den Tag verteilt immer wieder kleine Mengen strukturreicher Pflanzen aufzunehmen. In freier Natur fressen sie vor allem Gräser, Kräuter, Blätter und je nach Jahreszeit auch Zweige oder andere Pflanzenteile.

Genau daran kann man sich auch in der Haltung gut orientieren. Nicht möglichst buntes Futter aus der Packung sollte im Mittelpunkt stehen, sondern eine abwechslungsreiche, pflanzliche und gut verträgliche Ernährung.

Was Kaninchen täglich brauchen

Die Grundlage sollte immer aus rohfaserreichem Futter bestehen. Dazu gehören vor allem frisches Grün, gutes Heu und frisches Wasser. Heu sollte immer zur Verfügung stehen, besonders auch dann, wenn gerade weniger Frischfutter angeboten werden kann.

Geeignet sind zum Beispiel Gräser, Wiesenkräuter, blättrige Salate wie Romana, Endivie oder Chicorée, Kohlrabiblätter, Fenchel, Sellerie, Gurke sowie Kräuter wie Petersilie, Dill, Basilikum, Koriander, Thymian oder Minze. Obst und andere süßere Gemüsesorten wie Karotten sollten generell nur in kleinen Mengen gefüttert werden.

Auf keinen Fall geeignet sind unter anderem Zwiebeln, Knoblauch, rohe Kartoffeln, Rhabarber, Avocado oder stark verarbeitet Lebensmittel wie Brot oder süße Snacks.

Wichtig ist vor allem die Vielfalt. Wer immer nur dieselben wenigen Futtermittel anbietet, füttert auf Dauer oft zu einseitig.

Kaninchen profitieren meist von einer Ernährung, die nicht zu trocken und nicht zu energiereich ist. Viel Frisches unterstützt außerdem die Flüssigkeitsaufnahme und passt besser zu ihrer natürlichen Futteraufnahme als reine Trockenmischungen.


2 Kaninchen im grünen Gras

Ein Blick in die Natur

Ein kurzer Blick auf wildlebende Kaninchen hilft, vieles besser einzuordnen. Kaninchen sind keine Körnerfresser, sondern Pflanzenfresser mit einer sehr empfindlichen und spezialisierten Verdauung. Sie nehmen in der Natur über viele Stunden hinweg immer wieder kleine Mengen auf. Genau deshalb ist es für sie ungünstig, wenn sie nur zweimal am Tag ein energiereiches oder sehr trockenes Futter bekommen.

Natürlich kann und muss man Hauskaninchen nicht genauso füttern wie Wildkaninchen. Aber die Richtung ist klar: Viel Struktur, viel Pflanzliches, viel Abwechslung und möglichst wenig unnötige Zusätze.

Kaninchen im Sommer richtig füttern

Im Sommer ist die Fütterung oft am einfachsten, weil das natürliche Angebot am größten ist. Wer Zugang zu unbelasteten Wiesen hat und Pflanzen sicher bestimmen kann, kann jetzt besonders vielseitig füttern. Frische Gräser, Kräuter und Blätter sind in dieser Zeit eine sehr gute Grundlage.

Wichtig ist trotzdem, neue Pflanzen nicht plötzlich in großen Mengen zu geben. Kaninchen sollten langsam an neues Futter gewöhnt werden. So kann sich die Verdauung anpassen, und man merkt schneller, was gut vertragen wird.

Auch im Sommer gilt: nicht nur einzelne Lieblingssorten füttern, sondern möglichst abwechslungsreich. Gerade diese Mischung macht die Ernährung am Ende deutlich sinnvoller.

Kaninchen im Winter richtig füttern

Im Winter wird die Fütterung oft etwas planungsintensiver, weil frische Wiese wegfällt oder nur noch eingeschränkt verfügbar ist. Dann spielen gutes Heu, blättrige Gemüsesorten, Kräuter und geeignete Zweige eine größere Rolle.

Viele Halter greifen in dieser Zeit automatisch stärker zu Trockenfutter. Das ist aber nicht unbedingt die beste Lösung. Auch im Winter brauchen Kaninchen vor allem eine Ernährung, die die Verdauung unterstützt und nicht unnötig belastet. Frische Bestandteile bleiben deshalb auch in der kalten Jahreszeit wichtig.

Gut geeignet sind dann oft verschiedene Blattgemüse, Kräuter oder das Grün von geeignetem Gemüse. Entscheidend ist auch hier weniger das einzelne „Superfutter“, sondern eine gute Mischung.

Wie sinnvoll ist Gemüse aus dem Supermarkt?

Wenn keine passende Wiese zur Verfügung steht, kann frisches Gemüse aus dem Supermarkt eine sinnvolle Ergänzung sein. Gerade im Winter ist das oft die praktikabelste Lösung. Wichtig ist dabei vor allem, nicht nur ein oder zwei Sorten in großen Mengen zu füttern, sondern möglichst abwechslungsreich zu bleiben.

Immer wieder wird in diesem Zusammenhang über mögliche Belastungen gesprochen, etwa bei Blattgemüse. Für gesunde Kaninchen ist frisches Gemüse in normaler, abwechslungsreicher Menge aber in der Regel kein Grund zur Panik. Viel wichtiger ist, auf Frische, Qualität und Abwechslung zu achten.

Problematisch wird es eher dann, wenn sehr einseitig gefüttert wird oder Kaninchen generell zu trocken ernährt werden. Gerade bei empfindlichen Harnwegen und Nieren ist deshalb nicht nur entscheidend, was gefüttert wird, sondern auch wie: abwechslungsreich, frisch und mit genügend Flüssigkeit über das Futter.

Und wie ist das mit Fertigfutter?

Fertigfutter hat nicht ohne Grund einen eher schlechten Ruf. Viele Mischungen enthalten Getreide, bunte Stückchen, Zuckerzusätze oder sehr trockene Bestandteile, die mit einer natürlichen Kaninchenernährung wenig zu tun haben. Das Problem ist also oft nicht einfach „Futter aus der Packung“, sondern die Zusammensetzung.

Trotzdem muss man nicht alles pauschal verteufeln. Nicht jedes Fertigfutter ist automatisch schlecht. Es sollte aber nie die Grundlage der Ernährung sein. Wenn überhaupt, dann nur ergänzend und sehr bewusst ausgewählt.

Für viele Kaninchen ist eine Ernährung mit Heu, Frischfutter und geeigneten pflanzlichen Bestandteilen deutlich sinnvoller als eine dauerhafte Versorgung über Trockenmischungen. Gerade bei empfindlichen, übergewichtigen oder verdauungssensiblen Tieren lohnt sich ein genauer Blick auf den Napf.

Typische Fütterungsfehler

In der Praxis sieht man immer wieder ähnliche Probleme. Dazu gehören vor allem:

  • zu viel Trockenfutter

  • zu wenig Frischfutter

  • zu wenig Abwechslung

  • plötzliche Futterumstellungen

  • zu viele Snacks oder Leckerlis

  • Fütterung nach Gewohnheit statt nach Bedarf

Gerade bei Kaninchen lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Viele Probleme entstehen nicht von heute auf morgen, sondern entwickeln sich langsam durch eine dauerhaft unpassende Fütterung.

Fazit

Kaninchen richtig zu füttern heißt nicht, möglichst viel zu kaufen, sondern möglichst passend auszuwählen. Im Mittelpunkt stehen frische, strukturreiche Pflanzen, gutes Heu und eine Ernährung, die sich an der Natur orientiert. Im Sommer ist das oft einfacher, im Winter braucht es etwas mehr Planung.

Das Grundprinzip bleibt aber immer gleich: abwechslungsreich, pflanzlich und so naturnah wie möglich. Wer darauf achtet, schafft eine gute Basis für Verdauung, Wohlbefinden und Gesundheit.

Du möchtest mehr über Tierhaltung, Fütterung und Früherkennung von Problemen erfahren? Dann schau dich gerne in meinen weiteren Blogartikeln um.

Wenn du Unterstützung bei der Versorgung deiner Tiere brauchst, findest du auf meiner Seite Tier- und Hausservice Südschwarzwald außerdem alle Informationen zu meinem Angebot.

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